Was ist sensorische Integration nach J. Ayres

Sensorische Integration gehört zur normalen Entwicklung. Die Verbindung und Verarbeitung von Berührung , Bewegung, Körperhaltung, Riechen, Schmecken, Tasten, Hören und Sehen ist die elementare Grundlage von Handeln, Sprechen und Lernen. Alle über die Sinne aufgenommenen Informationen werden „integriert“. Das bedeutet, sie werden im Nervensystem und Gehirn weitergeleitet, verarbeitet und gedeutet, sodass sie in sinnvolle, der jeweiligen Situation angemessene Handlungen umgesetzt werden können. Sensorische Intergration beginnt bereits im Mutterleib und entwickelt sich im frühen Kindesalter besonders rasch. Das ist von großer Bedeutung, da in dieser Zeit die Grundstrukturen für alle weiteren Vernetzungen der Sinnessysteme angelegt werden. Dieser Prozess setzt sich mit abnehmender Intensität lebenslang fort. Die Vernetzung der Sinneseindrücke, die über die Haut, Muskeln, Vestibularorgan, Nase, Zunge, Hände, Ohren und Augen aufgenommen werden, bilden die Basis für den Erwerb von Bewegung, Handlungsfähigkeit, Sprache, Interaktion und Lernen.

Welche Indikationen gibt es für die Anwendung der Sensorischen Integration?

  • Entwicklungsverzögerung
  • Schlaf- und Anpassungsstörungen
  • Auffälligkeiten bei der Nahrungsaufnahme
  • Verweigerung bestimmter Nahrung
  • Essprobleme
  • Sprachprobleme
  • Aufmerksamkeitsdefizite
  • Lernprobleme
  • Kommunikationsprobleme
  • Aggressivität und Regression
  • psychosomatische Probleme


Wenn der Prozess der Informationsverarbeitung im Nervensystem gestört ist, werden Lernen und Handeln schwierig, Fehler werden nicht bemerkt und wichtige, das Nervensystem strukturierende Erfolge fehlen. Kinder verlieren durch ständige Misserfolge ihren Mut und ihre Entdeckerlust. Als Folge können sie oftmals nicht alleine spielen und zeigen depressives oder auch aggressives Verhalten.

Die sensorische Integrationstherapie hilft, die Aufnahme der Sinneswahrnehmungen zu strukturieren und unterstützt die Vernetzung der Wahrnehmungsverarbeitung im Gehirn, um eine verbesserte Handlungskompetenz zu erreichen. Das hilft dem Kind, selbst erfolgreich zu sein und stützt damit seine Selbstsicherheit. Gleichzeitig trägt dies zu emotionaler Stabilität und sozialem Lernen bei.

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